Kurzbeschreibung des Konzepts[1]:
Zu den
Zielen und zum Bedarf:
Allgemeines Ziel war, SeniorInnen für das bürgerschaftliche Engagement zu
motivieren und zu qualifizieren. Hierbei ging es im Besonderen darum,
SeniorInnen zu befähigen Seminarkonzepte im Bereich der politischen
Bildungsarbeit zu entwickeln und eigenständig durch zu führen.
Unser Gedankengang dabei war, dass Menschen am Ende ihres Berufslebens
über soviel an Kenntnissen und Erfahrungen verfügen, dass es für die
Gesellschaft auch immer ein Verlust bedeutet, wenn diese nicht weiter gegeben,
bzw. abgefragt werden. Zudem gingen wir davon aus, dass bei den
Ruheständler/-innen reges Interesse an einer sinnvollen Beschäftigung in der
Ruhestandsphase besteht.
Wir wollten als Einrichtung der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung
einen Betrag dazu leisten und ein entsprechendes Angebot machen, das die
Interessen der älteren Menschen aufnimmt und unser Bildungsangebot um die
entsprechenden Themen für Ältere erweitert. Gleichermaßen war es uns ein
Anliegen damit auch ein Arbeitsfeld für SeniorInnen zu eröffnen.
Im Bereich der politischen Bildungsarbeit schien es uns ein lohnendes
innovatives Ziel, gerade in der SeniorInnenarbeit, die bisherigen Rezipienten
von Bildungsangeboten zu deren Akteuren zu machen.
Zu den
Inhalten und zum Verlauf:
Wir begannen dies in den Jahren 2005 bis 2006 im Rahmen eines
sechswöchigen Motivierungs- und Qualifizierungsangebots, das sich an
interessierte SeniorInnen richtete, die in den letzten Jahren an politischen
Bildungsseminaren von Arbeit und Leben Hessen teil genommen hatten, und an
Mitglieder der Verdi-SeniorInnengruppe „POSTTEL“ in Frankfurt.
Im Einzelnen hatten die Seminarwochen folgende Inhalte:
1. PC-Seminar für Seniorinnen und Senioren vom 15. - 19. November 2004
2. „Standort, Zielbestimmung und Perspektiven für das ehrenamtliche Engagement von
SeniorenInnen“ vom 23. - 27. Mai 2005
3.
„Was tun? Inhalte für das ehrenamtliche Engagement von SeniorenInnen“ vom 27.
Juni - 01. Juli 2005
4.
„Wie geht das? Methoden für das ehrenamtliche Engagement von SeniorInnen“ vom
26. - 30. September 2005
5. „TeamerInnen - Qualifikation für die Planung,
Leitung und Durchführung von SeniorenInnen-Seminaren“ vom 21. - 25. November 2005
6.
„Öffentlichkeitsarbeit und intergenerative Vernetzung“ vom 01. – 05. Mai 2006
7.
„Workshopseminar: Entwickeln von Seminarkonzepten für die SeniorInnenarbeit“ vom
3. - 7. Juli 2006
Die Veranstaltungen waren so konzipiert, dass jede
Woche für sich einen Abschluss bildete, aber alle sechs Wochen in der
Reihenfolge in einem inneren aufeinander aufbauenden Zusammenhang standen.
Die letzte Seminarwoche diente dann der konkreten
Vorbereitung von zwei Bildungsurlaubsangeboten für das Jahresprogramm 2007 von
Arbeit und Leben Hessen, die sich vornehmlich an ältere Bildungsinteressierte
richten sollen.
Zu den
Ergebnissen:
Von den beteiligten SeniorInnen wurden folgende
Konzepte erarbeitet:
-
Die „goldenen“ Frankfurter Jahre? Eine Spurensuche in Frankfurt über die Zeit 1900 – 1933 vom
17.09. – 21.09.2007 in Frankfurt am Main und
-
Das Ende der Arbeit kommt – was tun im Ruhestand? Vom 05.11. – 09.11.2007 in Rotenburg an der Fulda
An der sechswöchigen Seminarreihe haben insgesamt 31
Personen teilgenommen. Davon waren 11 Männer und 20 Frauen. Im Schnitt nahmen
knapp 17 SeniorInnen pro Seminarwoche teil. Durchschnittlich nahm jede/r
Teilnehmende an 3 Seminarwochen teil. 13 Personen nahmen an 4 bis 6 Wochen teil.
Das durchschnittliche Alter der Teilnehmenden lag bei 60 plus. Die Alterspanne
reichte von 52 bis 73 Jahren.
Insgesamt wurde die Veranstaltungsreihe sehr positiv
aufgenommen. In der abschließenden Bewertung wurde von den Teilnehmenden
insbesondere die Förderung der Eigeninitiative und Kreativität hervorgehoben.
Am Ende der Reihe waren 8 SeniorInnen bereit im
nächsten Jahr an der konkreten Umsetzung der geplanten Bildungsveranstaltungen
mit zu arbeiten.
Bis zum Jahresende werden Teilnehmende des Programms
Gelegenheit haben, in verschiedenen Bildungsurlaubseminaren von Arbeit und Leben
Hessen unter fachkundiger Anleitung zu hospitieren, um weitere Erfahrungen in
der Bildungsarbeit für ihren späteren Einsatz zu sammeln, der dann definitiv im
nächsten Jahr beginnen wird und auch danach fortgesetzt werden soll.
[1] Das Qualifizierungsprogramm fand statt im Kontext des vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderten Bundesprojekts „Motivation und Qualifikation für das bürgerschaftliche Engagement von Seniorinnen und Senioren“.